Donnerstag, 1. September 2011

Second Week

Nach dieser tollen ERASMUS-Erfahrung hab ich mir geschworen solche Events zu meiden.

Am Montag, 29. August, war allgemeiner Begrüßungstag für alle Studenten. Das war genauso langweilig wie in Deutschland. Später veranstaltete die 'Student Union' (meiner Meinung nach eine Art Burschenschaft) einen Stadtrundgang, der - wie soll man sagen - quiet senseless war. Sie zeigten uns, wo man den 'harten' Alkohol kaufen kann (für all die tollen 'Student Union' Partys), was alle schon wussten, die Stadtbibliothek, was auch alle schon wussten, das Kino, das arschteuer ist (10 Euro), und einen Second Hand Shop, der doch sehr nützlich ist. Am Ende zeigten sie uns das 'Student Union House'. Da kommt man aber nur rein, wenn mein einmalig etwa 100 SEK (ca. 10 Euro) und monatlich etwa 300 SEK an die Vereinigung zahlt. Für was man da eigentlich bezahlt ist mir ehrlich gesagt ein ziemliches Rätsel, weil außer Partys macht diese Union gar nüschts (und da muss ich mir den teuren Alkohol trotzdem selber kaufen).

Am Dienstag hatte ich meine erste Schwedisch-Stunde. Die war relativ easy peasy, weil ich ja schon im ersten Semester einen Kurs gemacht hatte. Aber es ist trotzdem eine gute Wiederholung.

'Vad heter du?' 'Jag heter Marie' 'Varifrån är du?' 'Jag är från Tyskland' 'Vad studerar du?' 'Jag studera konst historia.'

Ich musste ein paar Kurse wechseln, weil die Kurse, die ich gewählt hatte alle auf schwedisch gehalten werden. Leider waren das die Kurse, die ich hätte einbringen können in mein Studium. Nun warte ich auf die Zusage zu den Kursen: Introduction to Swedish Culture and Society; The Swedish Education System und Writing a Undergraduate Essay in English.

Aber hier geht alles sehr langsam und relaxt von statten, deshalb weiß ich trotz Studienbeginns nicht bescheid.

Am Mittwoch wurde ich von den Italienern zum Barbecue am See eingeladen. Das war sehr nett. Obwohl ich schon vorher gegessen hatte, drückte mir alle Nase lang jemand einen Wiener im Milchbrötchen mit Senf in die Hand, das ich runterwürgte. Übrigens sagen alle dazu 'Wuerstchen', ob Italiener oder Südafrikaner. Der Südafrikaner, der ebenfalls da war, ist der erste Freemover den ich kennenlernte. Er hat meine Sätze immer wieder fröhlich wiederholt.

Etwa so:

Ich: 'I don't like football.'

Er : 'Oh, you don't like football. So do you like any other sport?' (wild gestikulierend)

Ich: 'I don't like to watch Sports at TV.'

Er: 'Because you don't like to watch Sports at TV. Ok!'

So in etwa und so fort...

Tja, und dann habe ich mich doch breitschlagen lassen am Abend mit in das 'Student Union House' zu kommen (eine Woche für jeden freier Eintritt). Fazit: Um 20 Uhr los, 30 Minuten Walk, 22 Uhr Establishment verlassen und auf dem Gepäckträger von Leidesgenosse Robert nach Hause gefahren. Ich habe alle Ersti-Partys, die ich versäumt habe, damit wieder gut gemacht...

Ich hoffe, dass es hier irgendwo noch eine coole Location mit cooler Mucke und coolen Leuten zu finden ist oder aber ich sollte meinen Anspruch runtersetzen und einsehen, dass selbst Weimar besseres zu bieten hat.

Übrigens klingt hier alles ziemlich negativ angehaucht, aber mir gefällt es hier. Das möchte ich betonen! Nur die Eingewöhnungsphase ist ziemlich lang.

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