Donnerstag, 20. Oktober 2011

Bunt sind schon die Wälder...

Zumindest zum Teil, da hier die Vegetation hauptsächlich aus Nadel- und Birkenbäumen besteht.
Doch es wird merklich kälter. Länger hier ansässige Studierende haben mir versichert, dass es bald schneien wird und dass letztes Jahr um diese Zeit hier schon tiefster Winter war. Angeblich ist es dieses Jahr ungewöhnlich warm.
Ich freue mich auf den Winter - nur mein Zimmer hat eine, sagen wir, sehr dürftig funktionierende Heizunginstallation.
Vor einer Woche hatte ich Besuch vom lieben Christopher, der mir hier nicht nur einen physischen Wärmezustand beschert hat. Zusammen haben wir ein bisschen näher die Umgebung erkundet. So waren wir im dreizehn Kilometer entfernten Sundborn, wo mensch für 12 Euro mit einer schwedischen Führung das Haus des berühmten Künstlers und Interieurmeisters Carl Larsson besichtigen konnte. Das haben wir uns erspart und bewunderten es nur von Außen. Die Kirche in Sundborn war allerdings sehr schön anzusehen, denn sie ist komplett aus Holz gebaut und geschmackvoll dekoriert.
Auf dem Nachhauseweg verliefen wir uns ein wenig auf der Strecke - kamen aber trotz Überquerens des Militärübungsgelände (mit Panzern) nach Stunden heil im Wohnheim wieder an.
Wir haben das Dalarna-Museum in Falun besucht, welches ein wenig Aufschluß unter anderem über das Leben der Minen-Arbeiter im 16./17. Jahrhunderts erbrachte und so fort.
So kamen wir auch dazu natürlich die berühmte Kupfermine von Falun zu besteigen. Sie bzw. das aus ihr gewonnene Kupfer (und zu kleinen Teilen sogar Gold) ist der Grund für die rote Färbung der typisch Schwedischen Häuschen (da stellte mir doch prompt die Frage: wie sahen die Schweden-Häuschen vorher aus?). Ich zitiere Wikipedia: ''Zu dieser Zeit war Falun mit ungefähr 6.000 Einwohnern eine der größten Städte Schwedens. Die Kupferbergwerke zu Falun standen damals für etwa 2/3 der Weltproduktion.'' Nach einem Kollaps zu Mittsommer Ende des 17. Jahrhunderts (da dies ein allgemeiner Feiertag ist, war niemand in der Grube), war die Blütezeit vorbei.
Soviel zur Geschichte Faluns - zumindest angerissen.
Auch kletterten wir auf die Skischanze, die für nationale und internationale Wintersportkämpfe relevant ist.
Ansonsten verbrachten wir viel Zeit damit die Seen zu umrunden und einkaufen zu gehen.
Nach drei Wochen Aufenthalt, musste ich von Christopher wieder Abschied nehmen. Dazu verbrachten wir einen ganzen Tag lang in Stockholm. Dort schlumperten wir durch die Gassen der Altstadt, die sich auf einer der vielen Inseln befindet. Besuchten das Nobel-Museum, das uns nicht gerade vom Hocker riss.
Den Turm vom Stadshus konnten wir leider nicht besichtigen, dennoch hatten wir einen schönen Blick auf das Wasser ringsherum bei Sonnenschein.
Sehr zu empfehlen: Kaffekoppen in Gamla Stan Stockholm - ein sehr gemütlich uriges Café.

Inzwischen wird es immer immer kälter in Falun und es regnet viel. Die Möglichkeiten der Aktivitäten halten sich in Grenzen, denn auch weitere Versuche mich der Erasmus-Studierendenschaft anzuschließen haben mich nur noch weiter in meiner Fehlplatzierung dieses Rahmens des Auslandsaufenthalts bestärkt.
Mein Flug für den 4. Dezember ist bereits gebucht.
Bis dahin habe ich noch eine Prüfung, ein Praktikum an einer schwedischen Schule und eine Hausarbeit.
Heute findet mal wieder ein Küchenplenum statt, da einige Menschen wenig Sinn für Hygiene und Sauberkeit haben. Des Nachts knallen Menschen Türen und brüllen sich den Flur entlang an. Und zudem wird momentan ein Stockwerk tiefer gebaut. Fazit: ein Türenknallendes mit Kreischeinlagen versetztes Einschlafen gegen vier und ein mit die Wände niederschmetterndes Grollen Aufwachen gegen halb acht.
Leben im Wohnheim ist keine angenehme Sache.